Testgebiete Hitistetten und Einsingen 2018-02-26T21:03:11+00:00

Testgebiete Hitistetten und Einsingen

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Smart Grid Testgebiete Hitistetten und Einsingen

Durch die Energiewende hat sich das Anforderungsprofil an die Netzplanung und den Netzbetrieb sowie die Messtechnik geändert. Die bisher gängigen jährlichen Zählerablesungen in Haushalten und Gewerbebetrieben und Schleppzeigermessungen in Trafostationen können den gestiegenen Anforderungen nicht mehr gerecht werden.

Des Weiteren haben sich die Anforderungen an  die Verteilnetze von der reinen Energieversorgung um die Aufnahme von elektrischer Energie aus dezentralen Energiesystemen erweitert. Aus diesem Grund ist hier ein Umdenken in den klassischen Methoden notwendig.

Die Smart Grids Forschungsgruppe der Hochschule Ulm betreibt gemeinsam mit den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH zur Erprobung neuer Ansätze zwei Testgebiete mit unterschiedlichen Charakteristika (Vorstadt- und Dorfnetz).

Das Testgebiet Einsingen besitzt 133 Hausanschlusspunkte und einen 630 kVA-Transformator. Zudem sind hier 22 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 233 kWp installiert. Im Testgebiet Hitistetten befinden sich 110 Hausanschlüsse, welche durch 2 Transformatoren versorgt werden. Die installierte Leistung der 63 PV-Anlagen liegt hier bei 1067 kWp. Der Energiebedarf der Verbraucher in den beiden Testgebieten liegt bei ca. 1 GWh.

In beiden Testgebieten findet eine Lastgangmessung an den Transformatorstationen statt. Zusätzlich werden in den Testgebieten auch mit RLM-Zählern für mehrere PV-Anlagen die Einspeiseprofile und, mittels Easy Meter Zählern, die Lastgänge ausgesuchter Haushalte in einer 15-Minuten Auflösung erfasst.

Jedes der Testgebiete ist auch mit einer Wetterstation ausgerüstet. Neben dem verbauten Messequipment wurden die einzelnen Testgebiete in einer Simulationsumgebung nachgebildet, um verschiedene zukünftige Ausbauszenarien zu untersuchen. Bei der Betrachtung von zukünftigen Entwicklungen wird ebenfalls deutlich, dass hier neben dem möglichen Potential auch die technologische Entwicklung betrachtet werden muss.

Auf Grundlage dieser Daten kann dann eine Kosten-Nutzen-Analyse für verschiedene alternative Netzausbauvarianten durchgeführt werden, so dass ein stabiler und sicherer Netzbetrieb gewährleistet werden kann.